Über uns

Schön wilkommen in unserer Anton-Günther-Bergbaude. Wir bieten romantische Unterkunft im Herzen der Erzgebirge in der Bergbaude an, wo bekannter deutscher Dichter und Volkssänger gelebt hatte. Unsere Bergbaude bietet Unterkunft für bis zu 16 Gäste in renovierten 2- bis 5-Bett-Zimmern. Die Unterkunft ist für grössere Gesellschaften geeignet, denn die Bergbaude wird als Ganzes gemietet, nur für Sie. Das ganze Objekt ist geschmackvoll eingerichtet und macht einen Eindruck von einer traditionellen, desto modernen Bergbaude. Nach individueller Absprache kann das Objekt auch kurzzeitig gemietet werden.

Anton Günther

Am 5. Juni 1876 wurde dem Musterzeichner und Stickmeister Johann Günther (Toler-Hans genannt, da er aus Joachimsthal kam) und seiner Frau Elisabeth Lorenz aus Gottesgab (Boží Dar) zweiter Sohn geboren, Anton Günther. Entbehrungen zeichneten die Kindheit des Jungen, denn der Lohn des Vaters sowie die Ausbeute der kleinen Landwirtschaft blieben hier oben auf dem Kamm des Erzgebirges gering. Doch die Kinderzahl wuchs, (10, von denen 7 am Leben blieben). So verdiente sich der musikalische Vater noch ein paar Groschen, indem er sonntags den jungen Leuten aus Gottesgab und Oberwiesenthal im Grenzwirtshaus „Neues Haus“ zum Tanz aufspielte. Der junge Anton begleitete den Vater oft und wurde somit frühzeitig ans Musizieren herangeführt. Bald konnte er selbst einfache Melodien nach dem Gehör spielen. Er erzählt später: „Ich habe Musik weder studiert, noch erlernt, bloß beim alten Julius Süß und später beim Vetter Traugott habe ich die Noten und etwas Geige spielen gelernt“. Im Jahre 1901 stand Anton Günther vor schwieriger Entscheidung. Man bot ihm eine Lithographenstelle in Aarhus (Dänemark) an, doch er entschloss sich nach längerem Überlegen zum Bleiben. Seine Selbstlosigkeit gegenüber der Familie und seine Liebe zur Heimat bewirkten diesen Entschluss. Aus den Gefühlen und Gedanken dieser Zeit heraus entstand auch das Lied „Mei Vaterhaus“. Im Herbst weilte Vater Günther bei seinen vier in Prag lebenden Kindern. Wenige Wochen darauf verstarb er. Der 25-jährige Anton hat an Vaters Stelle die Verantwortung übernommen und kehrte nach 6 Jahren in Prag ins Elternhaus zurück. Fast aussichtslos war es, hier oben die Familie von den Erträgen der kleinen Landwirtschaft zu ernähren. So erwies sich der Liedpostkartenverkauf als willkommener Nebenverdienst. Er hatte Kontakte zum Erzgebirgsverein und anderen Vereinigungen geknüpft und er wurde zu vielen Veranstaltungen auch über das Erzgebirge hinaus eingeladen. Tritt der Heimatsänger auf, so trägt er stets seinen schlichten Lodenanzug. Sein Vortrag wirkt frisch und einfach, niemals rührselig oder sentimental. Anton Günthers Schaffen erweist sich in den dreißiger Jahren als rückläufig, oft klingt aus den Versen eine gewisse Beendigung seines Schaffens heraus. Voller Sorge nahm die Familie, die ihn mit viel Liebe umsorgte seine Schwermut wahr. In seinem letzten Brief an seinen Freund Max Wenzel schreibt er: „..weil ich eben gesundheitlich nicht beisammen bin, ..was sonst die Verhältnisse anbelangt, nun, da sieht es garnicht so rosig aus, denn auch wirtschaftlich habe ich eben tüchtig zu leiden und durch allerlei Schicksal bin ich recht gehemmt in allem.“ Am 29. April 1937 schied der Tolerhanstonl freiwillig aus dem Leben. Das ganze Erzgebirge trauerte. Tausende begleiteten Anton Günther auf seinem letzen Weg. Unter den Klängen seines Liedes Feierohmd wurde er in heimatliche Erde gebettet.